Neue Jobs für 20 Alleinerziehende

Von 36 Teilnehmern fanden 20 einen neuen Job. Bei der Vermittlung von Arbeitslosen ist das eine Traumquote. Dies schaffte ein Projekt unter der Leitung der Arbeiterwohlfahrt. Es hilft Alleinerziehenden im Kreis Plön, wieder in den Beruf einzusteigen.

Kreis Plön. Eine von ihnen ist Christine Borchardt aus Schwartbuck. Sie ist Mutter einer dreijährigen Tochter, die im Kindergarten Seekrug in Giekau untergebracht ist. 15 Jahre lang arbeitete sie als Steuerfachangestellte. Dann folgten fünf Jahre Arbeitslosigkeit. Auf ihre Bewerbungen gab es selten Antworten. Ich war zwischendurch niedergeschlagen, gesteht sie.


Foto mit Begleittext

 
Bild: Gruppenbild.
Dank eines Awo-Projektes wieder in Lohn und Brot: (von links):
AWO-Coach Bettina Pukas half Denny Berndt, Annika Voigt und Christine Borchardt.
Foto: Hans-Jürgen Schekahn, KN
 


Nur Acht-Stunden-Jobs im Angebot

Und wenn ein Arbeitgeber Interesse an ihr hatte, bot er nur eine Vollzeitstelle mit acht Stunden pro Tag für die Steuerfachkraft an. In dem Awo-Projekt fand sie Unterstützung, Aufmunterung, lernte wie man pfiffige Bewerbungen schreibt. Mit Erfolg. Am 1. April beginnt sie einen Halbtags-Job bei der Gemeinde Blekendorf im Büro am Sehlendorfer Strand. Ich freue mich riesig.

Ähnlich glücklich ist Annika Voigt aus Wankendorf, Mutter von vier Kindern zwischen zwölf und 26 Jahren. Die beiden Ältesten benötigen sie nicht mehr so sehr, die beiden Jüngsten schon. Nach der Ausbildung wurde sie erstmals schwanger, dann fand sie immer kleine Jobs. Immer durch persönliche Gespräche. Schriftliche Bewerbungen? Das hat sie nie gelernt.


Dank an Jobcenter und Arbeiterwohlfahrt

Dem Jobcenter und dem Awo-Projekt ist sie dankbar für die Geduld, die man mit ihr in ihrer Situation hatte. Man habe sehr viel Menschlichkeit ihr gegenüber gezeigt. Seit einiger Zeit arbeitet sie als Betreuungskraft in einem Altenheim in Wattenbek. Ich bespaße alte Menschen. Gedächtnistraining. Gespräche. Alles Dinge, zu denen die Pflegekräfte keine Zeit hätten. Und mit ihren rot gefärbten Haaren ist der Erkennungswert im Haus sehr groß.

Denny Berndt (34) arbeitete mehr als zehn Jahre in Dänemark bevor er vor einigen Monaten nach Deutschland zurückkehrte. Seine Firma war in eine Krise geraten und musste Mitarbeiter entlassen. Er kümmert sich nach der Trennung von seiner dänischen Freundin in Plön allein um den gemeinsamen sechsjährigen Sohn. Er sei verzweifelt gewesen bei der Arbeitssuche, gesteht er. Ein Problem bei ihm: Mit Papierkram könne er nur schwer umgehen. Verwandte, die ihm bei der Kinderbetreuung helfen, gibt es nicht. Ich stehe komplett allein da.

Die Awo-Beraterin Bettina Pukas habe ihn aus diesem Tief herausgeholt. Sie hat mir richtigen großen Halt gegeben. Eine Frau, die sich so rein hängt, um mir zu helfen. Ein persönliches Lob, in das auch Annika Voigt und Christine Borchardt einstimmen.

Auch Berndt hat wieder einen Job. Am 1. April fängt er als Schweißer bei einem Betrieb in Plön an. Zunächst halbtags, damit er sich ab dem Nachmittag um seinen Sohn kümmern kann.


Auftraggeber sind Jobcenter und Arbeitsagentur

Auftraggeber für das Projekt, dass sie wieder voran gebracht hat, sind gleichermaßen das Jobcenter und die Arbeitsagentur. Eine Kooperation, die in dieser Form selten ist. 8000 Euro pro Fall stehen bereit für Coaching, regelmäßige Workshops und Seminare mit der Gruppe. Das, was sie bekommen, ist uns auch das Geld wert, sagte Doreen Nickel vom Jobcenter Plön. Man habe mit dem Projekt ein überzeugendes Konzept, das eine engmaschige Betreuung vorsehe. Die Arbeitssuchenden würden Schritt für Schritt begleitet.

Awo-Coach Pukas hat einen Wunsch an die Städte und Gemeinden. Sie wünscht sich mehr Betreuungsangebote für Kinder in den Ferien.


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