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Per Bus zum Jobcenter
Auf Umwegen zu einer Haltestelle?

Das Jobcenter in Plön liegt ganz schön weit außerhalb – im Behler Weg 23. Kunden kommen oft mit dem Bus. Weil die letzte Plöner Bushaltestelle 600 Meter weit entfernt ist, äußerte Jobcenter-Geschäftsführer Michael Westerfeld den Wunsch, ob der Bus nicht auch direkt vor dem Gebäude halten könne.

Plön. Alle reden von Barrierefreiheit. Wir haben viele Kunden, die gebrechlich sind, sagt Westerfeld. Für Gehbehinderte, aber auch alleinerziehende Kunden mit Kinderwagen sind die 600 Meter von der Bushaltestelle kurz vor der Tankstelle bis zum Jobcenter ein echter Angang. Entlang der Bundesstraße gibt es zwar einen kombinierten Geh- und Radweg - doch die Strecke ist kein Katzensprung. Alles, was es leichter macht, unsere Geschäftsstelle zu erreichen, wäre gut. Eine weitere Bushaltestelle an der B430 in Höhe des Jobcenters ist aber nicht zu realisieren. Dort Platz für eine Haltebucht zu schaffen, wäre zu aufwendig. Und auf der Bundesstraße darf der Bus nicht stoppen, heißt es vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV).


Foto mit Begleittext

 
Bild: Gebäude des Jobcenters.
Das Jobcenter in Plön liegt im Behler Weg 23/Ecke B 430 etwas außerhalb.
Geschäftsführer Michael Westerfeld wünscht sich eine Bushaltestelle für seine Kunden in unmittelbarer Nähe.
Foto: Anja Rüstmann, KN
 


Neue Lösung würde 170.000 Euro kosten

Also wurde eine andere Möglichkeit gesucht. Wir haben uns das einfach vorgestellt, sagte Bürgermeister Lars Winter am Mittwochabend in der Sitzung des Stadtplanungs- und Entwicklungsausschusses (SteP). Ist es aber nicht, weil überraschend teuer. Der Bus aus der Innenstadt der VKP-Linie 350 könnte theoretisch auf dem Weg Richtung Lütjenburg in den Behler Weg einbiegen und einen kleinen Umweg fahren. Beim Jobcenter halten, dann wieder auf die B 430 Richtung Lütjenburg abbiegen. Dafür müsste die Durchfahrtsperre im Behler Weg, vor einigen Jahren gebaut, aufgehoben werden. Die bisherigen Haltestellen an der Lütjenburger Straße würden nicht mehr angefahren, ein paar Meter vorher müsste eine neue gebaut werden. Dazu kämen noch zwei Haltestellen (für den Hin- und Rückweg) vor dem Jobcenter und eine für den Rückweg im oberen Behler Weg – macht summa summarum 170.000 Euro, berichtete Martin Köpke vom städtischen Fachbereich Bauen.

Sind 600 Meter Fußweg zumutbar oder zynisch?

Ausschussmitglied Bernd Möller und Manfred Rose (SPD) staunten. Geht es nur um 600 Meter?, fragte Möller, und Rose meinte, die Strecke sei zumutbar zu laufen. Das empfand Stephanie Meyer (Grüne) als zynisch. Jörg Schröder (Linke) berichtete, dass er oft Menschen zum Jobcenter begleite – und es gebe wirklich viele schwerbehinderte Kunden.

Im Behler Weg existiert allerdings ein Wendehammer – vor der Autolackiererei. Wenn die Linie 350 beim Jobcenter abbiegt, dort hält, dann in den Behler Weg weiter hineinfährt bis zum Wendehammer, dort dreht – dann müsste nur eine einzige neue Bushaltestelle gebaut werden. Pi mal Daumen, so schätzte Martin Köpke, kostet das 50.000 Euro. Diese Lösung soll jetzt von der Verwaltung geprüft und mit der VKP besprochen werden.

Der Wendehammer im Behler Weg muss übrigens einmal für Busse gebaut worden sein. Ältere Anwohner erinnern sich noch gut: Vor den angrenzenden Reihenhäusern gab es nämlich in den 70er-Jahren eine Bushaltestelle.


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