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Start der Wohnschule
Wie Flüchtlinge das Wohnen lernen

In Kürze startet im Kreis Plön die Wohnschule. Hier sollen Flüchtlinge Gebräuche und Gepflogenheiten lernen – alles Wissenswerte zum Thema Wohnen. Zum Schluss gibt es einen Mieterführerschein. Kreis Plön, Jobcenter und die Awo Bildung und Arbeit kooperieren, um diese Kurse anbieten zu können.

Plön. Wie wird der Müll richtig getrennt, was gehört in den gelben Sack, was in die grüne, braune und graue Tonne? Wie funktioniert eine Waschmaschine, und was bedeuten die Ruhezeiten in der Hausordnung? Warum muss die Wohnung richtig gelüftet werden? Und für was benutzt man einen Allzweckreiniger? Worauf muss im Mietvertrag geachtet werden? Oft sind es Kleinigkeiten, die Flüchtlingen aber großes Kopfzerbrechen bereiten können. Weil das Wohnverhalten in ihrem Heimatland komplett anders war.

 


Foto mit Begleittext

 
Bild: Gruppenbild.
Wie funktioniert eigentlich Mülltrennung? Die Wohnlotsen (von links) Ibraheem Shreet, Muhannad Al Odah Allah, Esmail Al Smail und Alaa Shek Nasan werden ihren Landsleuten und anderen Geflüchteten gerne Tipps geben, wie Projektleiterin Birgit Ehlers erklärt.
Foto: Anja Rüstmann, KN
 


Die Lage auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt. Mit der Wohnschule soll den Teilnehmern geholfen werden, leichter eine Bleibe zu finden. Aber auch Vermietern soll das Projekt ein Stück mehr Sicherheit im Umgang mit geflüchteten Menschen als Mieter geben.

In den kommenden Monaten sind bis zu 15 Veranstaltungen geplant, jeweils über zwei Abende. Mit den Kursen erreichen wir bis zu 200 Menschen, sagt Irene Thies vom Projekt Wohnschule. Doch damit nicht genug. Es sind bisher vier Syrer zu sogenannten Wohnlotsen ausgebildet worden, die nicht nur die Unterrichtsabende begleiten, sondern auch Familien besuchen, um ihnen direkt vor Ort zu helfen.

Esmail Al Smail (22) ist gerade nach Preetz umgezogen. In Plön hatte ich eine verschimmelte Wohnung in einem Keller. Wenn ich lüften wollte, lief das Regenwasser ins Haus, erzählt er. Die Erfahrungen mit Schimmel hat er also selber gemacht, möchte anderen deshalb unbedingt helfen und erklären, wie in Deutschland richtig geheizt und gelüftet wird. Ibraheem Shreet (25) lebt in Schönberg. Ebenso wie Muhannad Al Odah Allah (20) und Alaa Shek Nasan (36), beide aus Schwentinental, freuen sie sich auf die Aufgabe als Wohnlotsen. Bürgermeister, Flüchtlings­koordinatoren, Wohnungs­bau­gesell­schaften oder Ver­mieter können die Wohnlotsen anfordern. Entsprechende Flyer werden in diesen Tagen verteilt.


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